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Ländercheck Informatik: Bundesländer-Ranking

Der Ländercheck Informatik hat anhand von zwölf Indikatoren die Stärken und Schwächen der einzelnen Bundesländer in der Informatikausbildung an den Hochschulen dargestellt. Wo landet welches Bundesland im Gesamtranking? In welchen kann man insgesamt von guten oder schlechten Entwicklungen sprechen? Wo gibt es Überraschungen?

Gesamtergebnis des Länderchecks Informatik

Gewinner des Ländercheck Informatik sind das Saarland und Sachsen. Das Saarland gehört bei den Bausteinen zu den Studierenden sowie Personal und Bildungsangebot zur Spitzengruppe, Sachsen mit seinen vielen technischen Hochschulen findet sich bei allen drei Bausteinen in der Spitzengruppe. Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern schneiden gut ab. Den besonders hohen Bedarfen im strukturstarken Süden der Bundesrepublik wird also in Teilen Rechnung getragen und besondere Anstrengungen unternommen. Verbesserungspotenzial in der Informatik an Hochschulen findet sich besonders in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Aber: Genau diese Länder weisen die beste Betreuungssituation auf. Angehende Studierende sind also gut beraten, sich auch in diesen Ländern die Studienangebote genau anzuschauen.

 

Stärken und Schwächen der Bundesländer

Baden-Württemberg
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. In dem Land werden viele Informatiker nachgefragt und der Anteil der Studienanfänger und Absolventen in der Informatik an allen Studienanfängern bzw. Absolventen ist auch überdurchschnittlich hoch. Daher, dass in Baden-Württemberg bereits 2011 relativ gute Werte in der Informatik aufweisen konnte, scheint das Steigerungspotenzial geringer – so ist Baden-Württemberg bei den Entwicklungsindikatoren unterdurchschnittlich.

 

Bayern
Gesamtbewertung: Spitzengruppe. Bayern ragt bei der Entwicklung der Absolventenzahlen heraus, schafft es überdurchschnittlich viele Frauen für den Studiengang zu begeistern und konnte in den letzten Jahren die Personalkapazitäten in der Informatik überdurchschnittlich positiv entwickeln. Bayern ist bei keinem Indikator in der Schlussgruppe. Doch Bayern darf sich nicht zurücklehnen: Nach wie vor ist in Bayern aufgrund des hohen Bedarfs ein Mangel an Informatikern auszumachen.

Berlin
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. Berlin ist bei den Bausteinen Studierende und Diversität in der Spitzengruppe. Aber: Der Anteil der Bildungsangebote im Bereich Informatik am Gesamtbildungsangebot ist gering und personell tritt Berlin auf der Stelle – verliert sogar Personal in der Informatik. Hier heißt es gegensteuern.

Brandenburg
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. Die Studierenden- und Absolventenzahlen sind in Brandenburg besonders in ihrer Entwicklung sehr negativ. Punkten kann Brandenburg bei der Diversität.

Bremen
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. Kein Land weist einen höheren Anteil des Informatikpersonals am Personal insgesamt auf als der Zweistädtestaat. Auch bei den Studienanfängern und Absolventen ist Bremen überdurchschnittlich. Vor allem aufgrund der Entwicklungsindikatoren im Baustein Diversität verpasst Bremen eine Spitzenplatzierung.

Hamburg
Gesamtbewertung: Schlussgruppe. Hamburg ist eigentlich ein Standort mit einer großen IT-Szene, jedoch spiegelt sich das nicht an den Hochschulen der Hansestadt wider: Die Anteile der Studienanfänger und Absolventen der Informatik an allen Studienanfängern bzw. Absolventen ist gering, der Personalanteil ebenfalls. Der Lichtblick: Die vorgehaltene Personalinfrastruktur hat sich in den letzten Jahren überdurchschnittlich entwickelt.

Hessen
Gesamtbewertung: Spitzengruppe. Hessen schafft es überdurchschnittlich viele seiner Studienanfänger für die Informatik zu begeistern und dies gelingt auch immer besser. Trotz eines herausragenden Wachstums beim Informatikpersonal in den vergangenen Jahren, bleibt die Betreuungsrelation der Kritikpunkt an der hessischen Informatik.

Mecklenburg-Vorpommern
Gesamtbewertung: Schlussgruppe. Quo vadis Mecklenburg-Vorpommern? Sinkende Studierendenzahlen, sinkende Studienanfängerzahlen und kaum Diversität unter den Studierenden im Bereich der Informatik. Mecklenburg-Vorpommern droht den Anschluss zu verlieren. Einzig die Betreuungssituation der Studierenden ist überdurchschnittlich gut.

Niedersachsen
Gesamtbewertung: Schlussgruppe. Die Studienanfängerzahlen in der Informatik entwickeln sich zwar überaus positiv, doch noch ist Niedersachsen der Schlussgruppe zuzuordnen. Die Gründe: Verhältnismäßig wenig Absolventen, sehr geringer Frauenanteil, geringer Anteil des wissenschaftlichen Personals der Informatik am Gesamtpersonal und eine schlechte Betreuungssituation.

Nordrhein-Westfalen
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. In Nordrhein-Westfalen muss vor allem an der Betreuungssituation und den Bildungsangeboten gearbeitet werden. Positiv hervorzuheben sind in NRW der Frauenanteil im Bereich der Informatik sowie die Entwicklung von diesem in den letzten Jahren.

Rheinland-Pfalz
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. Rheinland-Pfalz entpuppt sich als klassischer "3er-Schüler" – bei jedem der zwölf untersuchten Indikatoren ist Rheinland-Pfalz im Mittelfeld.

Saarland
Gesamtbewertung: Spitzengruppe. Im Saarland herrscht ein enorm hoher Bedarf an Informatikern und das Bundesland tut viel, um diesen Bedarf zu decken: Bei den Bausteinen Studierende sowie Personal und Bildungsangebote erreicht das kleinste Flächenland Spitzenwerte. Alleinig bei der Gewinnung von Frauen besteht Aufholbedarf.

Sachsen
Gesamtbewertung  Spitzengruppe. Zusammen mit dem Saarland der Gewinner des Länderchecks. Bei allen drei Bausteinen schafft es Sachsen in die Spitzengruppe. Ein Wermutstropfen: Die Entwicklung der Absolventenzahlen ist in dem Freistaat mit den vielen technischen Hochschulen unterdurchschnittlich.

Sachsen-Anhalt
Gesamtbewertung: Mittelgruppe. Gerade der geringe Anteil an Studienanfängern im Bereich Informatik sowie die sinkende Absolventenzahl sind in Sachsen-Anhalt besorgniserregend. Zu einem gewissen Teil wird die negative Entwicklung durch die Gewinnung von internationalen Studierenden aufgefangen.

Schleswig-Holstein
Gesamtbewertung: Spitzengruppe. Schleswig-Holstein hat einen starken Schwerpunkt in der Informatik. Mehr als jeder zehnte Studienanfänger ist hier ein Informatiker. Fast jeder zwölfte Absolvent ebenso. Die Entwicklung der Anzahl des wissenschaftlichen Personals ist herausragend positiv. Ein Kritikpunkt ist die geringe Diversität unter den Studierenden.

Thüringen
Gesamtbewertung: Schlussgruppe. Starker Rückgang der Absolventen, Rückgang auch bei der Anzahl der Studienanfänger, ein geringer Anteil internationaler und weiblicher Studierender sowie ein Rückgang beim wissenschaftlichen Personals – Thüringen schneidet beim Ländercheck Informatik ganz überwiegend schlecht ab.

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Der Ländercheck Informatik wirft – mit dem Fokus auf die Hochschulen – einen Blick darauf, wie es um die Ausbildung von Informatikern gestellt ist und welche Anstrengungen Akteure aus dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich unternehmen. Er vergleicht dafür den Stand und die Entwicklung der Informatikausbildung an den Hochschulen in Deutschland auf Ebene der Bundesländer. Die Druckfassung enthält auch Details zu den für die Studie betrachteten Indikatoren.
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Kontakt

Dr. Mathias Winde

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschulpolitik und -organisation".

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Eike Schröder

ist wissenschaftlicher Referent im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes.

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F 030 322982-515

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