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Analysen

Ländercheck Informatik

Saarland und Sachsen sind Spitzenreiter

Die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik steigt überdurchschnittlich, das wissenschaftliche Personal aber hält mit dieser Entwicklung nicht mit. Nur jede zwanzigste Professur ist in der Informatik angesiedelt. Viele Informatikstudierende kommen aus dem Ausland, der Frauenanteil ist gering.

Das sind Ergebnisse des im Mai 2018 veröffentlichten Länderchecks Informatik vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung. Danach haben Saarland und Sachsen am besten auf die steigende Nachfrage nach Informatik-Fachkräften reagiert und sich besonders positiv entwickelt. Beide Bundesländer belegen die ersten Plätze im aktuellen Ländervergleich.

Die Informationstechnik ist der große Treiber für wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen. Auch immer mehr Studierende möchten die Chancen, die Ihnen ein Informatikabschluss bietet, nutzen: 

Im Wintersemester 2016/2017 gab es an den Hochschulen insgesamt 33.443 Studienanfänger im Bereich Informatik. Das ist ein Anstieg von rund 19 Prozent in fünf Jahren. Mittlerweile machen Informatiker 7,7 Prozent aller Studienanfänger aus – 2011 waren es noch 6,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt jedoch der Anteil, den die Informatik am wissenschaftlichen Personal ausmacht, von 4,0 in 2011 auf 3,8 Prozent in 2016. Auch die Anzahl der Professuren im Bereich Informatik stagniert: Seit fünf Jahren ist noch immer lediglich eine von zwanzig Professuren in der Informatik angesiedelt. Die personelle Infrastruktur an den Hochschulen wird damit der steigenden Nachfrage von Studierenden und dem hohen Bedarf an Informatikern auf dem Arbeitsmarkt nicht gerecht.

Der Ländercheck Informatik zeigt, dass zwischen den Bundesländern große Unterschiede bestehen. Sachsen und Saarland haben in den letzten Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Sie sind die Gewinner des Ländervergleichs. Beide Bundesländer haben das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht. Saarland hat mit 7,0 Prozent nach Bremen (7,2 Prozent) den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Sachsen hat sein wissenschaftliches Informatik-Personal deutlich verstärkt (+19, 8 Prozent seit 2011).

Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern erzielen gute Ergebnisse. In Schleswig-Holstein ist jeder zehnte Studienanfänger ein Informatiker. Zum Vergleich: In Hamburg nur jeder fünfundzwanzigste. Die Entwicklung der Absolventenzahlen ist in Bayern überdurchschnittlich gut. Außerdem gibt es hier einen verhältnismäßig hohen Frauenanteil unter den Studierenden. In Hessen wurde das Personal im Bereich Informatik deutlich erhöht. Im vorderen Mittelfeld bewegt sich auch das strukturstarke Baden-Württemberg. Die IT-Nachwuchsförderung ist seit Jahren hervorragend, der Entwicklungsindikator fällt hier unterdurchschnittlich aus. 

Die Schlussgruppe im aktuellen Ländervergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Hier machen die Studienbeginner und Absolventen in Informatik einen geringen Anteil unter allen Erstimmatrikulierten und Absolventen aus. Außerdem ist die Diversität unter den Studierenden gering.

Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Hier hat sich das Bild in den letzten Jahren kaum verändert: Zwar ist der Frauenanteil sei 2011 in allen Bundesländern (bis auf Bremen -3 Prozentpunkte) gestiegen. Aber trotz der vielen Initiativen und Programme in Hochschulen sind nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen ist der Anteil international Studierender in den Informatik-Hörsälen überdurchschnittlich hoch.

Der Ländercheck Informatik untersucht, in welchem Umfang Hochschulen in den einzelnen Bundesländern Informatiker ausbilden, welche Bildungsangebote und wie viel Personal sie dafür zur Verfügung stellen. Darüber hinaus zeigt die Studie, wie es um die Diversität der Studierenden (Herkunft, Geschlecht) gestellt ist.

 

Kontakt

Dr. Mathias Winde

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschulpolitik und -organisation".

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Eike Schröder

ist wissenschaftlicher Referent im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes.

T 030 322982-315
F 030 322982-515

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